TIPP DER WOCHE

TRAININGSPLAN
Vor 25 Jahren, als junger Bodybuilder, habe ich jeden Monat die Fachzeitschriften gekauft, die Trainingspläne der Stars angeschaut und nachgemacht. Irgendwann habe ich einsehen müssen, dass es nichts bringt. Wie und wie viel man trainiert, ist und muss von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.
Einer der wichtigsten Faktoren ist die Zeit, die der Sportler zur Verfügung hat. Wer keine oder kaum Zeit hat, empfehle ich möglichst viel auf dem Platz zu spielen. Aber nie alleine und möglichst mit Fremden.
Wer mehr Zeit hat und bereit ist diese Zeit in Training zu investieren, sollte das trainieren was er können möchte. Das mag offensichtlich klingen, aber ich erlebe ständig Spieler die das nicht verstehen und auch nicht machen. Auf meine Frage: „Was möchtest Du können?“ kommt oft die Antwort: „Meine Abschläge weiter und präziser schlagen, damit ich mein Handicap runter spielen kann.“ Das sind mindestens zwei Sachen die nicht zwangsläufig etwas mit einander zu tun haben.
Wenn jemand seine Abschläge weiter und präziser schlagen möchte, dann sollte das der Schwerpunkt seines Trainings sein. Aber wenn jemand sein Handicap runter spielen will, sollte das der Schwerpunkt seines Trainings sein.
Gehen wir davon aus, dass Sie sich nun erkannt haben. Sie haben Zeit und Lust zum Trainieren und entscheiden Sich für den Schwerpunkt Handicap Verbesserung. Wenn Sie es wirklich ernst meinen, müssen Sie eine Statistik führen damit Sie objektiv wissen wo Sie ihre Schwächen haben.
Sind Sie nicht bereit eine Statistik zu führen, wird es langsam Lotto spielen ähnlich und das Wort Trainingsplan erübrigt sich. Aber gehen wir davon aus, dass Sie das Wort einfach mögen und unbedingt einen Trainingsplan haben wollen.
Ok, mein Trainingsplan ganz exklusiv für Sie.
Fangen Sie grundsätzlich mit kurzen Putts an, und zwar mit einer Länge bei der Sie mindestens 90% lochen. Nie, nie und nochmals nie beim Trainieren auf ein Loch zu putten wenn es so weit weg ist, dass Sie eine geringere Chance als 80% haben den Putt zu lochen. Wenn die Langeweile kommt, ändern Sie auf lange Putts aber ohne Loch, immer nur Distanzziele haben.
Hier wird auch die Langeweile irgendwann kommen, dann ist es Zeit Annäherungsschläge zu machen. Wenn Sie klug sind werden Sie hier keinen Korb Bälle auf das gleiche Ziel von der gleichen Stelle spielen, sondern ständig die Entfernung wechseln. Treffen Sie die Bälle nicht gut oder fliegen die Bälle nicht in die Richtung die Sie vorhaben, müssen Sie den Grund in Erfahrung bringen oder einen Golflehrer konsultieren. Es ist kontraproduktiv einfach einen Ball nach dem anderen zu spielen und zu hoffen, dass es durch die Wiederholungen besser wird. Treffen Sie die Bälle meistens gut, dann sollten Sie ständig die Lage des Balles wechseln. Zum Beispiel von einer kahlen Stelle, flauschigem Gras, aus einem Divot, Rough, verschiedenen Lagen im Bunker usw. Aber auch hier wird´s dem Fleißigsten irgendwann mal zu blöd und der Blick wandert zur Range. Wenn es so weit ist, gehen Sie sich austoben. Wenn Sie es Training nennen wollen, dann schlagen Sie keinen einzigen Ball ohne eine Ausrichtungshilfe auf dem Boden, zwischen dem Ball und Ihren Füßen. Versuchen Sie nicht verkrampft den Ball dorthin zu schlagen wo die Ausrichtung hinzeigt, sondern nehmen Sie einfach zur Kenntnis wohin die gut getroffene Bälle im Verhältnis dazu fliegen. Versuchen Sie, während Sie Bälle schlagen, nichts an Ihrem Schwung zu verändern.
Wenn Sie etwas verändern wollen/müssen, dann ändern Sie es. Schlagen Sie anschließend Bälle mit der neuen Bewegung. Hier ist aber Vorsicht geboten. Eine Bewegungsveränderung darf man erst als vollbracht betrachten, wenn man akkurate Rückmeldung bekommt das es tatsächlich so ist. Zum Beispiel als Videoaufnahme, verfehlten Wegweiser oder von einer Person (die möglichst objektiv ist).
Ich sehe den Menschen oft auf der Range zu wie sie einen Ball nach dem anderen auf die gleiche Art schlagen. Sie wissen (manchmal) wo sie hin wollen, aber nicht wo sie ausgerichtet sind. Sie ärgern sich, ändern nichts, hoffen aber trotzdem dass es besser wird.
So wenig Zeit wie Sie alle haben, müssten Sie sie effektiv nutzen, statt zu verschwenden.
Brian Gray

